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13. Mai 2026
Chiara Andreatti über ihren Ansatz im Design zwischen Material, Identität und Recherche. Vom Salone del Mobile bis zu Kooperationen mit ikonischen Marken.
In der Arbeit von Chiara Andreatti verbinden sich Erinnerung, Materialität und ein tiefes Gespür für die Geste des Alltags. Ihr gestalterischer Ansatz bewegt sich zwischen formaler Forschung und handwerklicher Sensibilität und führt zu Objekten, die einen authentischen Dialog mit ihren Nutzern eingehen.
Im Rahmen des Salone del Mobile, einem zentralen Moment zur Beobachtung und Interpretation zeitgenössischer Designentwicklungen, teilt Andreatti ihren Blick zwischen Identität und Experiment. Aus den Kooperationen mit Cassina, Ethimo, Paola C. und Potocco entsteht eine kohärente Vision, geprägt von einem Gleichgewicht zwischen Innovation, Tradition und Detailgenauigkeit.
Interview auf Italienisch geführt – deutsche Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung.
Der Salone del Mobile ist seit jeher ein zentraler Moment für die Designwelt. Welche Ziele setzen Sie sich jedes Jahr mit Ihrer Teilnahme – sowohl als Designerin als auch als aufmerksame Beobachterin der Entwicklungen im Sektor?
Jedes Jahr ist es mein Ziel, Projekte zu präsentieren, die eine starke Identität besitzen und zugleich mit den Menschen in Dialog treten können. Mich interessiert es, Objekte zu schaffen, die eine Geschichte erzählen und neben ihrer Funktion auch eine emotionale Dimension haben. Der Salone ist der ideale Ort, um zu verstehen, ob diese Botschaft wirklich ankommt.
Parallel dazu versuche ich als Beobachterin, die subtileren Veränderungen im Sektor wahrzunehmen: nicht nur formale Trends, sondern vor allem neue Bedürfnisse, aufkommende Materialien und die wachsende Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit und Handwerk. Mich interessiert, wie Unternehmen diese Themen interpretieren und wie sich die Zusammenarbeit zwischen Designern und Marken entwickelt.
Es ist auch eine wertvolle Gelegenheit, die eigene Neugier zu nähren: zu gehen, zu beobachten, sich überraschen zu lassen. Oft entstehen die interessantesten Einsichten gerade aus unerwarteten Details, aus Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Welten.
Letztlich bedeutet die Teilnahme am Salone, sich immer wieder neu in Frage zu stellen, einen offenen Blick zu bewahren und eine eigene Sprache weiterzuentwickeln, die zeitgenössisch bleibt, ohne an Authentizität zu verlieren.
In Bezug auf die Zusammenarbeit mit Cassina: Wie tritt Ihr Ansatz in Dialog mit der Geschichte, Identität und dem gestalterischen Erbe einer so ikonischen Marke?
Im Dialog mit Cassina gehe ich stets vom Respekt für ihre Identität aus, verstanden als Grundlage, auf der sich etwas Zeitgenössisches aufbauen lässt. In diesem Jahr präsentiere ich Plintea, einen gepolsterten Dining-Sessel mit skulpturalem Zentralfuß und klaren Linien – ein einladendes und zugleich essentielles Objekt. Er ist vollständig abziehbar und aus einem einzigen Formteil gefertigt: Die Rückenlehne besteht aus einem Stück, ohne Nähte in der Stoffversion und mit nur zwei Verbindungsstellen in der Lederversion. So verbinden sich formale Klarheit und Funktionalität.
Das Projekt reflektiert genau dieses für Cassina typische Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und ästhetischer Strenge. Mein Ziel war es, etwas Neues zu schaffen, das zugleich vertraut wirkt und sich selbstverständlich in das Erbe der Marke einfügt, ohne auf eine zeitgenössische Sprache zu verzichten.
Die Zusammenarbeit mit Ethimo bewegt sich im Bereich Outdoor, einem zunehmend zentralen Feld im zeitgenössischen Design. Wie sehen Sie diesen Raum und wie übersetzt sich Ihre Vision in die gemeinsame Arbeit?
In der Zusammenarbeit mit Ethimo wird der Außenraum immer fluider, in Kontinuität mit dem Innenraum – nicht mehr getrennt, sondern integraler Bestandteil des Alltags. Meine Vision ist die eines einladenden und zugleich raffinierten Umfelds, in dem Ästhetik und Widerstandsfähigkeit selbstverständlich koexistieren. Ich habe deshalb einen Dining-Stuhl aus druckgegossenem Aluminium entworfen, mit geflochtener Rückenlehne und Sitzfläche: ein Objekt, das auf Dauer angelegt ist und zugleich Leichtigkeit sowie Aufmerksamkeit für das Detail vermittelt.
Die Arbeit konzentrierte sich auf das Gleichgewicht zwischen Technologie und Handwerk: Die industrielle Struktur tritt in Dialog mit der Flechtstruktur und schafft ein erkennbares, aber zurückhaltendes Zeichen. So wird auch im Außenraum dieselbe gestalterische Sorgfalt fortgeführt, die wir dem Innenraum widmen.

Paola C. hat ihre Identität rund um die Schönheit alltäglicher Rituale aufgebaut. Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden und welche Aspekte Ihrer gestalterischen Sprache wollten Sie einbringen?
Die Zusammenarbeit mit Paola C. entstand ganz natürlich, aus einer gemeinsamen Sensibilität für die Welt der Tafel und der Geselligkeit, die schon immer Teil meines gestalterischen Weges war.
Ich habe an zwei sehr unterschiedlichen Glas-Kollektionen gearbeitet, die jedoch durch die Materialforschung verbunden sind, insbesondere durch gegossenes Formglas: Caulis und Sinus. Die erste ist eine Serie von Kelchen mit markantem, massivem Glasstiel, skulpturaler und prägnanter; die zweite umfasst Wein- und Wassergläser mit weicheren, fast textilen Details, die durch Faltungen an den Kanten entstehen.
Was ich einbringen wollte, ist genau diese Aufmerksamkeit für Geste und Wahrnehmung: Objekte, die das tägliche Ritual am Tisch begleiten und es zugleich durch Material, Licht und Detail besonders machen.
Mit Potocco haben Sie über die Jahre einen klar erkennbaren und kohärenten Gestaltungsweg entwickelt. Was präsentieren Sie in diesem Jahr beim Salone und wie fügt sich das neue Projekt in diesen fortlaufenden Dialog ein?
Mit Potocco führen wir seit etwa fünf Jahren einen kontinuierlichen Dialog, der sich auch durch meine Rolle als Art Director entwickelt hat. Auch in diesem Jahr betreue ich gemeinsam mit dem Architekten Lorenzo Bini den Messestand und verstehe das Setup als integralen Bestandteil der gestalterischen Erzählung.
Auf Produktebene präsentieren wir Orlea, eine Kollektion von Couchtischen aus Carrara- und Nero-Marquina-Marmor, Kira, einen Dining-Tisch mit skulpturaler Form, sowie Tressa, einen Outdoor-Sessel aus Teak.