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5. Mai 2026
Mit neuen Kollektionen und immersiven Installationen definiert Artemide zur Milan Design Week 2026 die Rolle des Lichts neu und macht es zum verbindenden Element zwischen Material, Raum und Wahrnehmung.
Für Artemide ist Licht kein additives Element, sondern ein Instrument zur Konstruktion von Raum. Zur Milan Design Week 2026 eröffnet die Marke ein neues Kapitel, in dem technologische Forschung und materielle Sensibilität in einer kohärenten, vielschichtigen Vision zusammenfinden – zwischen Produkt und Installation.
Die Kollektion 2026 untersucht das Verhältnis zwischen technischer Präzision und sensorischer Ausdruckskraft. Mit der Tischleuchte Boltons von Herzog & de Meuron wird Glas zum Feld optischer Forschung: Eine transparente Struktur integriert eine Linse, die den Lichtstrahl auf einen beweglichen Reflektor lenkt und so eine feine Steuerung durch minimale Gesten ermöglicht. Das Ergebnis ist ein Objekt, in dem sich Licht vervielfacht und die Wahrnehmung der Form kontinuierlich neu definiert.
Die Wandleuchte Ulrich und Diotima von Carlotta de Bevilacqua arbeitet mit dem Spannungsverhältnis zwischen geometrischer Strenge und materieller Unvorhersehbarkeit. Craquelé-Glas, durchzogen von Mikrobrüchen, transformiert das Licht in eine vibrierende, dynamische Präsenz, während die integrierte LED-Technologie zurücktritt und eine präzise, essentielle Form sichtbar macht.

Die Forschung erweitert sich auf die Farbe mit der Ruby Red Collection, in der ein neuer, intensiver Ton bekannte Ikonen wie Nesso, Dalù und Tolomeo Micro neu interpretiert. Farbe wird nicht als Oberfläche eingesetzt, sondern als strukturelles Element, das die Wahrnehmung verändert und die Beziehung zwischen Licht und Raum intensiviert.

Während der Design Week erweitert Artemide seine Erzählung über das Produkt hinaus. Mit Light Knot Progression, entwickelt mit BIG – Bjarke Ingels Group für INTERNI, wird Licht zu Architektur. In den Räumen der Università degli Studi di Milano entfaltet sich eine Abfolge leuchtender Knoten entlang von elf Bögen und übersetzt den Entwurfsprozess in eine kontinuierliche visuelle Progression.
Ph. Michele Nastasi
Ph. Michele Nastasi
Parallel dazu bot der Flagship-Store in Corso Monforte eine konzentriertere Perspektive, in der die neuen Kollektionen in ihrer formalen und materiellen Präzision präsentiert wurden. Hier trat das Projekt in den Dialog mit dem häuslichen Raum und bewahrte die Spannung zwischen technischer Innovation und Wahrnehmungsqualität.

Zwischen urbanen Installationen und neuen Kollektionen entwickelt Artemide ein kohärentes Narrativ, in dem Licht als Entwurfssprache wirkt. Nicht mehr bloße Funktion, sondern ein Element, das Disziplinen verbindet, Atmosphären definiert und neue Formen des Wohnens prägt.