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Davide Groppi: Luce fuori, Luce dovunque

15. Juni 2026

Davide Groppi Luce fuori Luce dovunque Neuro

Wie beleuchtet man einen Raum, ohne ihm weitere Objekte hinzuzufügen?

Seit mehr als dreißig Jahren kreist die Forschung von Davide Groppi um diese Frage. Ein Weg, der den Fokus schrittweise von der Leuchte auf das Licht selbst, vom Objekt auf das Erlebnis verlagert hat. Ziel ist es nicht, lediglich Beleuchtungssysteme zu entwerfen, sondern Lichtpräsenzen zu schaffen, die mit der Architektur in Dialog treten, Atmosphären formen und die Wahrnehmung von Räumen mit minimalen Eingriffen verändern.

rundlage dieser Vision ist ein Prozess der Reduktion. Lichtquellen werden immer kompakter, Strukturen immer filigraner, Kabel verschwinden und Akkus befreien das Licht von den Zwängen fester Installationen. Die Technologie tritt in den Hintergrund und macht den Blick frei auf die Qualität des Lichts und seine Beziehung zum Raum.

Diese Philosophie entfaltet sich in zwei komplementären Richtungen. Die erste ist Luce fuori, ein Ansatz für die Beleuchtung von Außenräumen. In einer Zeit, in der Gärten, Terrassen und Innenhöfe zu natürlichen Erweiterungen des Wohnraums werden, schafft Licht Kontinuität zwischen Architektur und Landschaft. Es lenkt den Blick, hebt Vegetation hervor, definiert Wege und Tiefenwirkungen und verwandelt Außenbereiche in Orte, die mit derselben Aufmerksamkeit gestaltet werden wie Innenräume.

Davide Groppi Nuit
Davide Groppi Grillo
Davide Groppi Lenta

Die zweite Richtung ist Luce dovunque, eine Forschung zur Freiheit des Lichts gegenüber der Architektur und den Zwängen fest installierter Stromanschlüsse. Davide Groppi entwickelt hierfür Lösungen, die es ermöglichen, Licht genau dort einzusetzen, wo es benötigt wird, auch wenn der gewünschte Lichtpunkt nicht mit dem vorhandenen Stromanschluss übereinstimmt. Das Projekt wird zu einer intelligenten Anpassung an den Raum: Das Licht folgt der Architektur, umgeht sie, durchquert sie, ohne invasive Eingriffe erforderlich zu machen.

Innerhalb des Konzepts Luce dovunque verkörpern Produkte wie Neuro, Q und Cartesio diesen Ansatz durch flexible Systeme, reduzierte Strukturen und Lösungen, die den Lichtpunkt über die Grenzen herkömmlicher Installationen hinaus verlagern können. Die Lichtquelle löst sich von ihrer festen Position, während Kabel, Stäbe, Gegengewichte und leichte geometrische Elemente zu gestalterischen Werkzeugen werden, die neue Beziehungen zwischen Licht, Wänden, Decken und Oberflächen schaffen.

Davide Groppi Q
Davide Groppi Cartesio 90
Davide Groppi Neuro
Davide Groppi Neuro Outdoor

Die Forschung von Luce fuori, zeigt sich hingegen in Projekten, die einen direkten Dialog mit Architektur und Landschaft eingehen.

Sampei ermöglicht mit seinem weit auskragenden Bogen die Beleuchtung von Tischen, Lounge-Bereichen oder Außenzonen, ohne auf Deckenanschlüsse oder Abhängungen angewiesen zu sein. Belladinotte wurde speziell für den Außenbereich entwickelt und fügt sich dezent in die natürliche Umgebung ein. So entstehen atmosphärische Lichtbilder und visuelle Verbindungen zwischen Vegetation, Wegen und Architektur.

Davide Groppi Sampei 440
Davide Groppi Sampei XXL
Davide Groppi Belladinotte

Mit Projekten wie diesen definiert Davide Groppi das Verhältnis von Licht, Architektur und Alltag immer wieder neu. Eine Forschung, die auf das Wesentliche ausgerichtet ist und bei der die Qualität des Erlebnisses wichtiger wird als die Präsenz des Objekts. Denn das wirkungsvollste Licht ist nicht zwangsläufig das sichtbarste, sondern jenes, das einen Ort verwandelt, ohne Spuren seiner eigenen Anwesenheit zu hinterlassen.