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Francesco Meda und die Landschaft des zeitgenössischen Outdoor-Designs

18. Juli 2026

Francesco Meda

Francesco Meda spricht über Outdoor Stories von Fast: ein Projekt, das Aluminium, Natur und Architektur zu einer neuen Vision des zeitgenössischen Outdoor-Designs verbindet.

Für Francesco Meda bedeutet Outdoor-Design, Beziehungen zwischen Objekten, Architektur und Landschaft zu schaffen. Eine Haltung, die im Werdegang von Fast ihre volle Entfaltung findet: einer Marke, die Aluminium und den Dialog mit der Natur zu den tragenden Säulen ihrer Identität gemacht hat. Anlässlich der 3daysofdesign 2026 präsentierte Fast ein neues Kapitel von Outdoor Stories, der gemeinsam mit David Lopez Quincoces entwickelten, ortsübergreifenden Erzählung, sowie eine Auswahl an Kollektionen mit besonderem Fokus auf Roè. Ein Projekt, das sich unterschiedlichen Kontexten anpassen kann und dennoch eine kohärente Vision bewahrt, in der Outdoor-Design zu einem offenen, dynamischen und zutiefst zeitgenössischen System wird.

Interview auf Italienisch geführt – deutsche Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung.

Fast Naca Francesco Meda & David Lopez Quincoces

Im Laufe der Jahre hat Fast rund um Aluminium und die Beziehung zur Natur eine unverwechselbare Identität aufgebaut. Wo liegen aus Ihrer Sicht heute die wichtigsten Stärken des Unternehmens, und wodurch hebt es sich im zeitgenössischen Outdoor-Segment ab?

Ich denke, eine der größten Stärken von Fast liegt in der Fähigkeit, über die Jahre eine klare und kohärente Identität entwickelt zu haben, die auf zwei besonders prägnanten Elementen beruht: Aluminium und der Beziehung zum Außenraum. Aluminium ist nicht nur ein Werkstoff, sondern verkörpert eine echte Unternehmenskultur, die von technischem Know-how, Langlebigkeit, Leichtigkeit und ökologischer Verantwortung geprägt ist. Fast ist es gelungen, diese Spezialisierung in eine unverwechselbare Formensprache zu übersetzen und Produkte zu entwickeln, die industrielle Qualität mit großer Liebe zum Detail verbinden.
Ein weiterer charakteristischer Aspekt ist das Feingefühl, mit dem das Unternehmen das Leben im Freien interpretiert. Die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich wird heute zunehmend durchlässig, und Fast hat diese Entwicklung früh erkannt. Die Marke entwirft Kollektionen, die auf natürliche und anspruchsvolle Weise mit Architektur und Landschaft in Dialog treten. Es geht nicht allein darum, einen Außenbereich einzurichten, sondern Atmosphären zu schaffen und Beziehungen zum jeweiligen Kontext herzustellen.
Im zeitgenössischen Outdoor-Bereich zeichnet sich Fast meiner Ansicht nach vor allem durch das Gleichgewicht zwischen industriellem Know-how, Entwurfskultur und Authentizität aus. Das Unternehmen entwickelt sich kontinuierlich weiter, ohne kurzlebigen Trends zu folgen, und bleibt dabei seinen Werten und seiner Geschichte tief verbunden. Diese Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln, ohne die eigene Identität aufzugeben, zählt für mich zu seinen größten Stärken.

Fast Naca Quadratischer Tisch – Außenbereich
Fast Roè Stuhl mit Kissen – Outdoor

Die Teilnahme an den 3daysofdesign 2026 markiert für Fast ein neues internationales Kapitel. Welche Bedeutung hat eine Präsenz in Kopenhagen heute, und welche Rolle spielt die Veranstaltung bei der Definition neuer Richtungen im zeitgenössischen Design?

Sie bietet die Gelegenheit zum Austausch mit einer internationalen Community, die Themen wie Entwurfsqualität, Nachhaltigkeit und Innovation besondere Aufmerksamkeit schenkt – Werte, die tief in der Identität der Marke verankert sind.
In den vergangenen Jahren hat sich Kopenhagen zu einem der einflussreichsten Treffpunkte des zeitgenössischen Designs entwickelt. Die Veranstaltung hat ein offenes und inklusives Format geschaffen, in dem Unternehmen, Designer, Architekten und Fachleute unmittelbar und authentisch miteinander in Dialog treten können. Dadurch wird sie zu einem privilegierten Beobachtungspunkt, um die Entwicklungen des Designs und die neuen Anforderungen an das Wohnen zu verstehen.

Outdoor Stories wird als ortsübergreifende Erzählung beschrieben, die sich an unterschiedliche kulturelle und geografische Kontexte anpassen kann. Wie haben Sie gemeinsam mit David Lopez Quincoces daran gearbeitet, zwischen Mailand und Kopenhagen eine kohärente Erzählung zu entwickeln und zugleich auf jeden Ort spezifisch einzugehen?

Von Anfang an haben David Lopez Quincoces und ich Outdoor Stories nicht als starres Format verstanden, sondern als narrative Plattform, die sich unterschiedlichen Kontexten anpassen kann und dennoch eine starke identitätsstiftende Kohärenz bewahrt. Ziel war es, Fast über seine grundlegenden Werte zu erzählen – die Beziehung zur Natur, die Entwurfskultur, die Qualität der Materialien und das Konzept der Geselligkeit im Freien – und zugleich jedem Ort die Freiheit zu geben, diese Themen aus seiner eigenen Sensibilität heraus zu interpretieren.
Mailand und Kopenhagen weisen wichtige Gemeinsamkeiten auf, zugleich aber auch deutlich ausgeprägte kulturelle Unterschiede. In Mailand trifft das Projekt auf eine Stadt mit vielschichtiger historischer Struktur und einem kontinuierlichen Dialog zwischen Design, Architektur und urbanem Raum. Kopenhagen hingegen pflegt eine unmittelbarere Beziehung zur Natur, zum Licht und zu einer Wohnkultur, die Innen- und Außenbereiche ganz selbstverständlich miteinander verbindet.

Fast Roè Francesco Meda & David Lopez Quincoces

Unter den präsentierten Neuheiten nimmt die Kollektion Roè eine besondere Stellung ein. Welche gestalterischen und materiellen Aspekte wollten Sie mit dieser Kollektion entwickeln, und welche Vorstellung von Outdoor verkörpert sie für Sie?

Mit der Kollektion Roè wollten wir eine besonders zeitgemäße Vorstellung von Outdoor entwickeln, in der Komfort, Leichtigkeit und sinnliche Qualität auf natürliche Weise zusammenfinden. Das Projekt entstand aus dem Wunsch, eine Möbelfamilie zu gestalten, die unmittelbar ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt und zugleich jene formale Strenge und konstruktive Präzision bewahrt, die die Sprache von Fast kennzeichnen.
Aus konzeptioneller Sicht ging es uns darum, ein Gleichgewicht zwischen Struktur und Weichheit zu schaffen. Wir arbeiteten mit großzügigen Proportionen, klaren Linien und Details, die der Kollektion Charakter verleihen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Jedes Element wurde so entworfen, dass es eine spontane Beziehung zum Raum und zu den Menschen fördert und dabei Geselligkeit und Wohlbefinden im Freien in den Mittelpunkt stellt.

Fast Roè 3-Sitzer Sofa mit Armlehnen – Außenbereich

Das in Kopenhagen präsentierte Projekt vereint sehr unterschiedliche Produkte, von den Forest-Sitzmöbeln über die Zebra-Loungesessel bis hin zum Sideboard Samba und zum Tisch Naca. Wie gelingt es, zwischen verschiedenen Kollektionen eine gemeinsame Sprache zu bewahren, und welche Rolle spielt das Verhältnis von Design, Architektur und Landschaft heute in Ihrem kreativen Ansatz?

Wenn wir an einer neuen Kollektion arbeiten, betrachten wir das Objekt niemals als isoliertes Element. Uns interessiert, wie es mit anderen Produkten, mit der Architektur und mit der Landschaft zusammenwirken kann. Gerade diese systemische Sichtweise ermöglicht es unterschiedlichen Kollektionen, eine gemeinsame Sprache zu sprechen und zugleich ihre jeweils eigene Persönlichkeit zu bewahren.
Im in Kopenhagen präsentierten Projekt tragen beispielsweise die organische Leichtigkeit von Forest, der stärker architektonisch geprägte Komfort von Zebra, die funktionale Präsenz von Samba und die formale Ausgewogenheit von Naca zu einer einheitlichen Erzählung bei. Es geht dabei nicht um Stil, sondern um gestalterische Kohärenz und eine gemeinsame Sensibilität.