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23. Juli 2026
Laurids Gallée spricht über Sussurro für JOV: von Wolken inspirierte Teppiche im Zusammenspiel von Wolle, Farbe und einer neuen Idee dreidimensionaler Leichtigkeit.
In der Arbeit von Laurids Gallée verbinden sich Material und Vorstellungskraft zu einer freien, intuitiven und zutiefst atmosphärischen Formensprache. Der an der Design Academy Eindhoven ausgebildete und heute in Rotterdam ansässige Designer erforscht das Ausdruckspotenzial von Materialien in Formen, die Staunen und Verwandlung hervorrufen. Für JOV entwarf er die Teppichkollektion Sussurro, die vom wandelbaren Charakter der Wolken inspiriert ist und nun durch die neue Farbpalette „Lumpy Space Bordeaux“ ergänzt wird. Die handgefertigten Teppiche aus neuseeländischer Wolle und Merinowolle übersetzen Leichtigkeit, Tiefe und Farbwahrnehmung in immersive, dreidimensionale Textillandschaften.
Interview in englischer Sprache geführt – deutsche Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung.

Wie hat Ihre Ausbildung an der Design Academy Eindhoven Ihren Designansatz geprägt?
Die Freiheit, die einem das niederländische Bildungssystem und insbesondere die Design Academy Eindhoven ließen, war phänomenal. Sie unterschied sich vollkommen von allen anderen kreativen Ausbildungen, die ich zuvor erlebt hatte. Man konnte praktisch alles tun, was man wollte: den eigenen Weg gestalten und sich genau mit dem beschäftigen, was einen faszinierte. Man hatte seinen Weg selbst in der Hand. Diese Freiheit ist mir tief verankert geblieben, und ich glaube, dass sie es mir ermöglicht hat, so frei und intuitiv zu arbeiten.
Die Kollektion Sussurro wird nun durch die neue Farbvariante Lumpy Space Bordeaux ergänzt. Wie verändert diese besondere Palette im Vergleich zu den ursprünglichen Farbtönen die Wahrnehmung von Dreidimensionalität und Leichtigkeit?
Sie schafft vor allem eine andere Atmosphäre. Wolken verändern sich ununterbrochen, am Himmel gibt es unendlich viele Farbkombinationen, und ich finde das äußerst inspirierend. Daraus ist die Palette Lumpy Space Bordeaux entstanden. Sie wirkt wärmer und südlicher, fast wie ein später Sonnenuntergang. Der Himmel ist stets reich an Nuancen, und genau das wollte ich mit dieser neuen Farbpalette vermitteln.

Die Muster dieser Kollektion sind vom wandelbaren Wesen der Wolken inspiriert. Wie ist es Ihnen gelungen, etwas so Flüchtiges und Ungreifbares mit der Dichte neuseeländischer Wolle und Merinowolle zu übersetzen und dabei mit Florhöhen von bis zu 70 mm zu arbeiten?
Auch Wolle besitzt eine gewisse Transluzenz sowie eine Dicke und Dichte und eine luftige Qualität, die an Wolken erinnern. Sie verfügt über eine echte Tiefenwirkung, weshalb mir das Material ideal erschien, um etwas so Organisches und Natürliches nachzuempfinden. Es erzeugt ein ähnliches Gefühl, das ich als sehr wohltuend empfinde.
Die Einführung der neuen Farbpalette wird von einem intimen Fotoprojekt begleitet, das in Ihrem Studio in Rotterdam entstanden ist. Welche Rolle spielt die Atmosphäre Ihres täglichen Arbeitsumfelds in Ihrem kreativen Prozess, und wie vermitteln diese Bilder Ihrer Meinung nach die besondere Farbsensibilität der Kollektion?
Unser Studio ist unglaublich hell und wird von viel natürlichem Licht durchflutet. Das ist ein echtes Geschenk, wenn man so intensiv mit Farbe arbeitet wie wir. Und in den Niederlanden, oder zumindest in Rotterdam, ist der Himmel spektakulär. Die Wolken begleiten uns ständig, und mein Team und ich beobachten sie häufig voller Staunen. Dass sie in unserem Alltag so präsent sind, ist für dieses Projekt sehr wichtig. Daher würde ich sagen, dass auch die Helligkeit des Studios beeinflusst, wie wir mit Farbe arbeiten.