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Ligne Roset bei Mohd: Wenn Zeit dem Projekt recht gibt

23. April 2026

Mohd Turati MDW2026 Ligne Roset

Ein Dialog zwischen Heritage und Gegenwart, in dem langlebige Ikonen und gezielte Kooperationen den Wert von Zeit, Handwerk und Kohärenz bestätigen.

Gegründet 1860 in Frankreich, gehört Ligne Roset zu jenen Marken, die ihre Identität durch Kontinuität aufgebaut haben: ihre Klassiker erkennen, bewahren und mit derselben Kraft in die Gegenwart überführen, die sie von Anfang an hatten. Eine Haltung, die im Laufe der Zeit einige Stücke zu absoluten Referenzen des zeitgenössischen Designs gemacht hat. Genau diese Vision verleiht der dritten Zusammenarbeit mit Mohd Bedeutung: eine Partnerschaft, die über Distribution hinausgeht und sich Jahr für Jahr als echte gestalterische Affinität zwischen zwei Akteuren bestätigt, die denselben Respekt für gut gemachte Projekte teilen.

Beim Betreten von Via Filippo Turati 3 zeigt sich der Raum mit der unverkennbaren Detailgenauigkeit von Mohd. Rechts sind zwei Räume dem Projekt Interior Reflections von Studiopepe gewidmet, das seine vollständigste Ausprägung in der Mohd Officina Milano in der Via Macchi 82 findet.

Mohd Turati MDW2026 Interior Reflections

Links bespielt Ligne Roset zwei eigenständige Räume, jeder mit eigener Identität und eigener Erzählung.

Der erste Raum ist derjenige, der beim Eintritt am stärksten wirkt. Eine Palette aus tiefen Brauntönen, dunklem Rot und einem leicht ockerstichigen Veroneser Grün strukturiert den Raum präzise.

Leder, Samt und strukturierte Garne schaffen eine Umgebung, die Komfort und Raffinesse ohne Übermaß vermittelt. Im Zentrum stehen Safi Marsala und ML 80: zwei Neuauflagen von Michel Ducaroy, die ganz selbstverständlich die Bühne einnehmen. Das von Ligne Roset als The Stinger bezeichnete Setup tritt zurück und lässt die Stücke sprechen, deren Proportionen den Raum definieren.

„Wir sind überzeugt, dass Marsala zu einer Ikone wird, wie Togo. Es handelt sich um eine Neuauflage von 1970 mit einem Sperrholzregal statt Kunststoff, eine nachhaltigere Entscheidung, auf die wir sehr stolz sind.“
— Olivier Roset, Co-CEO, Ligne Roset

Der zweite Raum ist einer besonderen Edition des Togo sofa gewidmet, dem von Michel Ducaroy entworfenen Sofa, das seit über fünfzig Jahren zu den bekanntesten Referenzen des zeitgenössischen Designs gehört. Diese Version entsteht aus einer Zusammenarbeit mit BOSS: Rückseite aus Leder, Vorderseite aus Stoff, in zwei Farbvarianten, die dieselbe formale Logik in unterschiedliche Atmosphären übersetzen, eine wärmer und umhüllender, die andere reduzierter und zeitgenössischer. Das Ergebnis ist ein Objekt, das die Identität beider Marken trägt, ohne dass eine dominiert. Die Präzision von BOSS trifft auf die formale Freiheit, die Togo unverwechselbar gemacht hat. Exklusiv bei Mohd bis September erhältlich, gehört es bereits zu den meistdiskutierten Stücken der Design Week.

Ligne Roset Togo – Special Edition Hugo Boss

„Diese Zusammenarbeit entsteht aus dem Zusammentreffen zweier Marken, die ihr Know-how einbringen: die Modekompetenz von BOSS und unser Möbelwissen mit Togo, einer Ikone, die jeder kennt.“
— Antoine Roset, Co-CEO, Ligne Roset

Doch die eigentliche Überraschung des Abends war weder an den Wänden noch auf dem Boden zu finden. Olivier und Antoine Roset, die beiden Co-CEOs der Marke, waren persönlich anwesend, offen und direkt. Für diejenigen, die die Gelegenheit hatten, sie zu treffen, ein paar Worte zu wechseln und lang gehegte Fragen zu stellen, war es ein seltenes Erlebnis, das sich kaum wiederholen lässt: jene Form von Zugang, die kein Katalog und keine Kampagne bieten kann. Die physische Realität einer Begegnung, in einem realen Raum, mit denen, die die Marke seit Generationen von innen leben.

Beim Verlassen des Raums bleibt weniger die Erinnerung an ein einzelnes Produkt als vielmehr das Gefühl, einer Marke begegnet zu sein, die genau weiß, wer sie ist. Ligne Roset jagt dem Zeitgeist nicht hinterher, es interpretiert ihn, mit der Solidität von über einem Jahrhundert Designgeschichte im Rücken.

Eine Frage bleibt, vielleicht die entscheidende: In einer Zeit, in der Design schnell konsumiert wird, geprägt von saisonalen Lancierungen, flüchtigen Kooperationen und Objekten, die eher für Bildschirme als für das Leben entworfen sind, welchen Wert hat es, Dinge mit Sorgfalt zu machen, im Bewusstsein, dass ein gut gestaltetes Produkt Jahrzehnte überdauern kann, ohne an Bedeutung zu verlieren? Ligne Roset scheint die Antwort zu kennen.