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24. Februar 2026
Sara Moronis Zugang zum Licht sowie ihre Kollektionen Feel und Iconica für Penta vereinen Emotion, Materialität und architektonische Präzision in einem ausgewogenen Verhältnis.
Sara Moroni ist eine Designerin, die ihre Ausbildung in Architektur und Innenarchitektur mit einer ausgeprägten Sensibilität für Licht verbindet. Ihr Ansatz beschränkt sich nicht auf das Produktdesign, sondern umfasst das gesamte Lichterlebnis – gedacht und präzise abgestimmt, um Räume und die Objekte, die sie prägen, zu inszenieren.
Zu ihren bekanntesten Projekten zählen die Kollektionen Feel und Iconica für Penta, in denen Einfachheit, Vielseitigkeit und Materialbewusstsein zusammenfinden und Licht zu einem wesentlichen Bestandteil der räumlichen Erzählung wird.
Interview in italienischer Sprache geführt – deutsche Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung.
Wie hat Ihre Ausbildung die Art und Weise beeinflusst, wie Sie heute Leuchten entwerfen?
Die technisch-wissenschaftlichen Kompetenzen, die ich im Studium erworben habe, verbunden mit den humanistisch-künstlerischen Impulsen aus meiner Schulzeit und einer starken persönlichen Leidenschaft, haben meine Identität und mein berufliches Profil facettenreich geprägt. Die Ausbildung am Politecnico hat es mir ermöglicht, eine strukturierte und interdisziplinäre Entwurfsmethode zu verinnerlichen und einen strategischen wie kritischen Zugang zum Design zu entwickeln, den ich bis heute pflege. Als Produkt- und Lichtdesignerin mit großem Interesse an Architektur nähere ich mich jedem Projekt aus einer übergreifenden Perspektive. Mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen, die in Stil und Funktion eigenständig sind.
Gab es rückblickend einen Moment – ein Projekt, eine Intuition oder auch einen Fehler –, der Ihnen bewusst gemacht hat, dass Licht zum Zentrum Ihrer Arbeit werden würde?
Das wurde mir bereits während meiner Ausbildung klar, doch ein Projekt für ein Geschäft hat mir endgültig die Augen geöffnet. Ich hatte eine Wand mit stark texturierten, dreidimensionalen Oberflächen gestaltet und bemerkte, wie sich die Wirkung je nach Ausrichtung des Lichts vollkommen veränderte. Plötzlich wurde das Produkt auf eine Weise hervorgehoben, die ich zuvor nicht erwartet hatte. In diesem Moment wurde mir bewusst: Wenn das meine Leidenschaft ist, darf ich das Licht nicht außer Acht lassen – sonst riskiere ich, alles andere zu untergraben. Von da an eröffnete sich mir eine Welt, die Architektur, Innenraum und Produkt auf natürliche Weise verband. Licht wurde zum entscheidenden Element, um ein Projekt in meinem Sinne abzuschließen. Es ist ein strategischer Hebel: Es kann das Geschaffene veredeln oder beeinträchtigen. Deshalb muss es stets mitgedacht werden.

Wenn wir an den häuslichen Kontext denken: Wenn Sie sich eine Ihrer Leuchten in einem Wohnraum vorstellen, welche Szene oder Emotion sollte dieses Bild begleiten?
Für mich hat die Materialwahl einen enormen Einfluss auf die emotionale Wirkung eines Raumes. Nehmen wir Iconica für Penta: ein Glasobjekt mit sehr klarer, beinahe minimalistischer Form – ein Zylinder. Trotz dieser scheinbaren Zurückhaltung ist das Ziel, beim Betrachter ein leises Lächeln oder einen Moment des Staunens auszulösen. Die Leuchte wirkt zunächst diskret, fast anonym. Doch sobald sie eingeschaltet wird, geschieht etwas Unerwartetes: Ein virtuelles Bild entsteht, das die Wahrnehmung des Objekts vollständig verändert und eine überraschende Lichtatmosphäre erzeugt. Das Zusammenspiel von Material, Form und Licht vereint so ästhetische Reduktion und emotionale Wirkung und führt über die reine Funktion hinaus.
Kann Staunen also Teil der Nutzererfahrung sein?
Unbedingt. Ich versuche, stets ein neues Element einzuführen – sei es ein ästhetischer Überraschungseffekt oder eine Lösung, die das Objekt vielseitiger oder funktionaler macht. Ich habe an Optik, Position der Lichtquelle und innerer Geometrie gearbeitet, um ein Produkt zu entwickeln, das einfach zu montieren ist und dennoch eine unerwartete Wirkung entfaltet. Jedes Projekt ist für mich die Gelegenheit, eine neue, persönliche Lesart zu finden.
Welche Prioritäten leiten Sie zu Beginn eines neuen Projekts: Funktion, Atmosphäre, Technik oder der Bezug zum Raum?
Funktionalität und Technik sind unverzichtbar. Eine Leuchte zu entwerfen bedeutet jedoch, Licht als ein echtes Baumaterial zu begreifen – als Element, das Raum definiert, mit Materialien in Dialog tritt und Wahrnehmung wie Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst. Ich analysiere sorgfältig Menge, Qualität und Verteilung des Lichts und stelle mir zugleich das physische Objekt im architektonischen Kontext sowie seine möglichen Anwendungen vor. So stelle ich sicher, dass das Produkt funktionale, ästhetische und emotionale Bedeutung trägt.
Wie wichtig ist für Sie das Gleichgewicht zwischen Lichtqualität und Form? Und wie treten diese beiden Aspekte in Dialog?
In meiner Arbeit ist die Balance zwischen Lichtqualität und Form zentral. Die Ästhetik eines Produkts entsteht auch aus seiner Beziehung zum Licht. Funktionale und technische Aspekte müssen kontinuierlich mit der formalen Gestaltung im Dialog stehen.

Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen bedeutet stets einen Dialog. Wie war die Arbeit mit Penta und inwiefern hat die Identität des Unternehmens das Projekt beeinflusst?
Als Designerin bin ich gefordert, einen persönlichen, originellen und innovativen Beitrag zu leisten – stets im Einklang mit der Identität des Unternehmens. Dialog und Teamarbeit sind dabei essenziell. Für Penta zu entwerfen heißt, besondere Aufmerksamkeit auf Details und Materialwahl zu legen und handwerkliche Expertise in eine zeitgemäße Formensprache zu übersetzen.
Können Sie uns die Konzepte hinter Feel und Iconica näher erläutern?
Die beiden Projekte basieren auf sehr unterschiedlichen Ansätzen. Feel entstand aus einer Reflexion über das Verhältnis von Licht und Klang in gebauten Räumen. Das System zielt darauf ab, die atmosphärischen Qualitäten von Architektur zu verbessern, indem es akustische Lösungen und Beleuchtung kombiniert. Der Entwurfsansatz ist neuartig: ein modulares System, das textilbezogene schallabsorbierende Scheiben mit Lichtquellen integriert. So reagiert das Produkt auf technische Anforderungen mit einer ausdrucksstarken, dekorativen Sprache.
Iconica hingegen entwickelte sich aus einem konkreten Briefing des Unternehmens: ein dekoratives, vielseitiges und kompaktes Produkt zu schaffen. Im Mittelpunkt stand die Wechselwirkung zwischen Licht und Material. Glas erwies sich als ideales Medium, um den gewünschten Effekt zu erzielen – eine optische Illusion, die sich beim Einschalten der Leuchte offenbart.
Mit Blick auf die Zukunft der Wohnbeleuchtung: Welche Themen sind heute zentral – Nachhaltigkeit, Technologie, Wohlbefinden oder eine neue Idee des Wohnens?
Es ist notwendig, all diese Aspekte zu berücksichtigen und sorgfältig abzuwägen. Die Zeiten werden zunehmend komplexer, und ein multidisziplinärer Ansatz wird immer dringlicher. Der Planet, Technologie, Architektur und individuelle Lebensgewohnheiten befinden sich in stetigem Wandel. Unternehmen wie Designer sind gefordert, aufmerksam zu beobachten, zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln.