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3. März 2026
Hundert Jahre nach seiner Geburt gilt Verner Panton weiterhin als eine radikale Persönlichkeit im Panorama des Designs des 20. Jahrhunderts.
Nicht allein wegen seines kühnen Umgangs mit Farbe oder seiner Experimente mit Kunststoffen, sondern weil er den Begriff des Raumes grundlegend neu definiert hat. In Verner Pantons Verständnis ist jedes Objekt Teil einer größeren Landschaft. Sitzmöbel, Einrichtungsgegenstände, Licht und Textilien fügen sich zu einem immersiven Raum, zu einer emotionalen Architektur, in der Farbe zur Struktur und Form zur räumlichen Sprache wird.
Als Schüler von Arne Jacobsen schlug Panton früh einen eigenständigen Weg jenseits des dänischen Funktionalismus ein. Die 1960er-Jahre markieren den Beginn einer forschenden Auseinandersetzung, die Technologie und Vorstellungskraft miteinander verband. Spritzgegossene Kunststoffe, fließende Oberflächen und gesättigte Farbtöne waren keine bloßen Stilmittel, sondern Ausdruck einer Reflexion über die Zukunft des Wohnens. Das Zuhause wurde zum Experimentierfeld, in dem technische Innovation auf eine klare, persönliche Entwurfsvision traf.
Der 1958 entworfene Heart Cone Chair, produziert von Vitra und heute in einer zweifarbigen Anniversary Edition erhältlich, verdeutlicht seine skulpturale Haltung. Eine theatralische Form, die die Funktion übersteigt und sich als räumliche Präsenz behauptet.
1967 folgte der Panton Chair, ebenfalls von Vitra produziert. Er war der erste vollständig aus Kunststoff gefertigte Stuhl aus einem einzigen Formteil, der in Serie hergestellt wurde. Seine fließende Silhouette vereint Struktur und Sitzfläche in einer durchgehenden Bewegung. Mehr als ein Pop-Ikon steht er für einen industriellen Wendepunkt, der technische Innovation mit expressiver Kraft verbindet.
In denselben Jahren wurde Licht zu einem erzählerischen Medium. Mit &Tradition übersetzt die Flowerpot den kulturellen Geist der Epoche in eine klare Geometrie. Zwei Halbkugeln im Gleichgewicht formen ein schwebendes Volumen, das weiches, umhüllendes Licht verbreitet und seine chromatische Intensität über die Zeit bewahrt.
1971 entstand mit Louis Poulsen die Panthella. Ein leuchtender Körper, der die Trennung von Fuß und Schirm aufhebt und die Leuchte in eine autonome architektonische Präsenz verwandelt. Das Licht reflektiert auf opalinen Oberflächen und schafft kontinuierliche Atmosphären im ausgewogenen Dialog mit dem Raum.
Über Verpan werden modulare Systeme und Möbel zugänglich, die die Kohärenz seines Denkens verdeutlichen. 1969 trieb das Cloverleaf Sofa die Idee der Modularität auf die Spitze. Ein fließendes System, das die traditionelle Frontalität des Sofas überwindet und Sitzlandschaften als gemeinschaftlichen Raum begreift.
Bereits 1963 hatte Panton mit dem Barboy eine neue Interpretation von Funktion eingeführt. Ein mobiles, zylindrisches Aufbewahrungsmöbel, zugleich reduziert und spielerisch.
Heute wirkt sein Werk bemerkenswert aktuell. In einer Zeit, die zwischen minimalistischer Zurückhaltung und dem Streben nach Identität oszilliert, erinnert Panton daran, dass Design eine ganzheitliche Erfahrung sein kann. Farbe wird zur Architektur, Form zur kulturellen Geste.
Das Jubiläum 1926–2026 würdigt nicht nur Neuauflagen, sondern bekräftigt eine Entwurfshaltung, die Raum in Emotion und Objekt in Vision verwandelt.